Sozialarbeit


Der 1. FC Hellbrook mit Geschäftsführer Holger Schmidt (Foto: Mitte) engagiert sich seit mehr als 20 Jahren in der Kinder- und Jugendarbeit im Stadtteil

Wir wollen etwas für die Menschen hier tun


Mit seiner sportlichen Sozialarbeit kommt der 1. FC Hellbrook in Steilshoop seit Jahren sehr gut an

Sie habe aber nichts mit Sport zu tun, sagt Tahmina Hadi entschuldigend. Sie ist trotzdem ein Teil des 1. FC Hellbrook. Tahmina ist 20 Jahre alt, studiert in Lüneburg mit den Fächern Mathematik und Biologie auf Lehramt und sitzt nach einem anstrengenden Tag als Erstsemester an der Leuphana-Universität im Geschäftszimmer des 1. FC Hellbrook und wartet auf ihre Nachhilfeschülerinnen. So, wie sie eine war vor ein paar Jahren: „Ohne das hier hätte ich kein Abitur gemacht“, sagt sie und deutet in den Raum. „Und jetzt gebe ich Nachhilfe. In Mathe, Bio, Deutsch und Lesen.“ Natürlich ist Tahmina stolz auf ihre Entwicklung.

Das Projekt „Rückenwind“ der Hellbrooker richtet sich an sieben bis 18 Jahre alte Schülerinnen und Schüler aus den Wohnhäusern an der Steilshooper Allee und den nahen Ringsiedlungen im Stadtteil Steilshoop; 19.000 Menschen leben hier, mehr als die Hälfte hat einen Migrationshintergrund. Der Vereinsgeschäftsführer Holger Schmidt, studierter Sozialökonom, kennt viele Geschichten instabiler Verhältnisse, problembelasteter Elternhäuser. Dort setzen die Hellbrooker mit ihrer sportlichen Sozialarbeit an.

Tahima kommt aus Afghanistan. Sie lebt hier, seit sie fünf Jahre alt ist. Sie sagt: „Die Hausaufgabenhilfe war von Anfang an richtig toll. Es wird einem super geholfen. Und zwar sehr schnell.“ Tahmina hat die Seiten gewechselt – ihre Hilfe ist jetzt gefragt. Solche Beispiele freuen Holger Schmidt und seine Kollegin Helga Thomsen, die sich ebenfalls um das Projekt Rückenwind kümmert. Sie kommt gerade hinzu, um gemeinsam mit Tahmina die Nachhilfe am Nachmittag zu organisieren. Das hat zwar vorderhand nichts mit Sport zu tun. Da hat Tahmina schon Recht – wie sie auch zugibt, dass sie etwas „zu faul“ sei, um selbst auch mal nebenan in der Sporthalle aktiv zu werden. Das könnte sich aber bald ändern, da Holger Schmidt gerade einen neuen Sportkurs „Tanzen, Fitness und Bewegung“ für Frauen mit Migrationshintergrund organisiert hat. Seit Juli treffen sich dort überwiegend türkische Muslima zur gemeinsamen Bewegung als Einstieg in die Vereinswelt. Mundpropaganda wäre die beste Werbung.

Der 1. FC Hellbrook engagiert sich seit mehr als 20 Jahren in der Kinder- und Jugendarbeit im Stadtteil. „Wir sind schon lange in der aktiven Integrationsarbeit tätig“, sagt Schmidt, „wir möchten, dass Menschen mit Migrationshintergrund und sozial Benachteiligte an unseren Angeboten teilhaben können. Der interkulturelle Austausch ist uns wichtig.“ Holger Schmidt kennt das „Integrationsgeschäft“ als Geschäftsführer seit den 90er Jahren, als viele Menschen aus Polen und der zerfallenden Sowjetunion nach Deutschland und auch nach Steilshoop kamen. Schmidt spricht gern von sportlicher Sozialarbeit. Er sagt: „Wir wollen die Menschen hier aus ihren Wohnungen herausholen, sie sollen sich bewegen können, ihren Tag sinnvoll nutzen.“

Der 1. FC Hellbrook ist im Stadtteil gut vernetzt und kann sagen, wer wo und wann Hilfe anbietet – und sei es die Schuldnerberatung. Die nahe Elternschule, der Stadtteilbeirat, die Jugend-AG Steilshoop oder Stände auf den Stadtteilfesten: Der Verein ist präsent und engagiert sich. „Wir gucken einfach, was gemacht werden könnte“, sagt Schmidt mit Understatement. Aber so versteht er Vereinsarbeit. Eng ist auch die Abstimmung mit den sozialen Diensten in Steilshoop. Da wird beim Verein schon einmal nachgefragt, ob er Angebote für übergewichtige oder stressbelastete Kinder und Jugendliche anbieten könne, vielleicht und gerade auch beim anstrengenden Boxen. Um später, auf der Straße, nicht auf dumme Gedanken zu kommen.

Mit seinen 280 Mitgliedern ist der 1. FC ein kleiner, familiärer Klub. Er ist überschaubar, was auch dazu führt, dass man sich kennt und einander hilft. Noch mehr Hilfe zur Selbsthilfe gerade für die ausländischen Vereinsmitglieder erhofft sich Holger Schmidt durch den neuen, türkischen Pächter des Vereinsheimes am Edwin-Scharff-Ring. Vielleicht „trauen“ sich jetzt mehr türkische Mitglieder ins Klubheim: Gespräche und Vernetzungen bei Tee, Kaffee oder Bier sind ausdrücklich erwünscht.

In der nebenliegenden Schulsporthalle quietschen Einräder über den nagelneuen blauen Boden. Christian Schmids Gruppe ist ins Rollen gekommen. Er sei nur der Betreuer, versichert der 49 Jahre alte Mann: „Ich fahre nicht.“ Seine Tochter schon. Und wie. Jacqueline ist 17Jahre alt, macht im nächsten Mai ihr Abitur an der Osterbekschule und arbeitet nebenbei ehrenamtlich für den 1. FC Hellbrook als Einradtrainerin. „Ich möchte Verantwortung übernehmen und mein Können weitergeben“, sagt sie. Viel Zeit zum reden bleibt nicht – „Jacqueline, kann ich gleich rückwärts?!“, fragt ein Mädchen. Die Trainerin wendet sich ihr zu.

Holger Schmidt sieht solche Szenen gern. Das ist Vereinsleben, das ist es, was die Vereine im Kleinen zusammenhält. Schmidt hat einen wachen Blick darauf, was geht, was nicht geht. Flüchtlingsintegration? Klar, sicher, aber das ist nicht der Schwerpunkt des 1. FC Hellbrook. Er sagt: „Flüchtlinge können an all unseren offenen Angeboten teilnehmen; das sind Einrad, Boxen, Basketball und der Montagabend-Kurs. Es gibt viele Unterkünfte Richtung Farmsen, aber da sind die Vereine engagiert, die dichter dranliegen, nicht wir. Zu uns kommen vereinzelt Flüchtlinge aus der näheren Umgebung.“

Der Geschäftsführer arbeitet gern für den 1. FC Hellbrook. Das merkt man ihm an. Er mag es, wenn die Dinge laufen, schiebt an, hilft mit, hat ein offenes Ohr. Das, was aus dem Stadtteil zurückkommt, ist ihm und seinen Mitstreitern beim 1. FC Hellbrook ein steter Antrieb: „Unsere Arbeit wird hier anerkannt. Die Leute sehen und merken, dass wir Sozialarbeit im Stadtteil leisten. Wir wollen etwas für die Menschen hier tun. Und das machen wir auch.“

Urheber : HSB - Text: Frank Heike - Foto: Frank Molter

Sportliche Sozialarbeit und offene Angebote

Beim 1.FC Hellbrook hat Sozialarbeit einen besonderen Stellenwert, lesen sie hier einen Bericht vom Hamburger Sportbund

Sportliche Sozialarbeit und offene Angebote Im Rahmen der inzwischen beendeten Projektmaßnahme des Deutschen Sportbundes "Sport mit Aussiedlern" konnten wir neben den lockeren Spieleeinheiten auch eine Erwachsenen-Volleyballgruppe für den regelmäßigen Punktspielbetrieb aufbauen. Dieses Team spielt nun mehr als 10 Jahre in der Punktrunde des Hamburger Volleyball-Verbandes. In den vergangenen Jahren konnten wir weiterhin ein Mixed-Team (Frauen und Männer) zusammenstellen. Auch dieses Team spielt nun um Punkte und Pokale. Regelmäßig bieten wir zusätzlich - mit finanzieller Unterstützung durch das HSB-Programm "Sozialarbeit im Sport" - ein lockeres Trainings- und Spieleangebot für HobbyspielerInnen an. Die TeilnehmerInnen stammen überwiegend aus Polen und Russland. Durch gemeinsame Veranstaltungen im Vereinshaus und durch Freundschaftsbegegnungen mit z.B. der Frauen-Fussballmannschaft versuchen wir, die neuen Sportler an die Gemeinschaft im FC Hellbrook heranzuführen.

Drachenbootfahrt mit Freunden aus Polen:

Der gelungene Aufbau der festen Punktspielgruppen motiviert uns, auch weiterhin diese Integrationsmaßnahme durchzuführen. Weitere "Volleyballbegeisterte" Frauen und Männer sind herzlich willkommen. Für Kinder und Jugenliche möchten wir den Zu gang zum FC Hellbrook durch offene und kostenlose Angebote weiter erleichtern. Weitere Informationen erteilt unser Projektleiter Holger Schmidt Tel/FAX: 040 630 14 87 , E-Mail: info@fc-hellbrook-ev.de

Sportmobil

Spiele und Bewegung für Kinder und Jugendliche
Sportmobil Sportmobil
Mehr als 10 Jahre trafen sich Kinder aus Steilshoop zu lockeren Spielen und Bewegungsaktivitäten in der Turnhalle am Edwin-Scharff-Ring. Hier haben wir u.a. Gemeinschaftsspiele und Kletterlandschaften angeboten. Die Kinder mussten nicht Mitglied im 1.FC Hellbrook sein und die Teilnahme war kostenlos. Durch den offenen und lockeren Zugang zu unserem Sportmobilangebot wurde der Zugang zu unserem Verein erleichtert und mögliche Hemmschwellen konnten behutsam überwunden werden. Dieses Angebot wurde durch den Hamburger Sportbund "Integration durch Sport" finanziell unterstützt.
Sportmobil Soprtmobil
Sportmobil Soprtmobil
Einradgruppe

Sportmobil Soprtmobil
Spenden
Damit wir uns im 1. FC Hellbrook auch zukünftig bedarfsgerecht engagieren können, sind wir stets auf zusätzliche Spenden angewiesen. Eine Spendenbescheinigung kann über den Hamburger Sportbund ausgestellt werden. Unsere Kontonummer lautet:
Hamburger Sparkasse (BLZ 20050550) Girokonto 1054/210545

Angebote / Aktivitäten


Auf dem 5. Kowalski-Turnier traffen sich am 12.Mai 2012 wieder zahlreiche Frauen
und Männer aus den verschiedensten Herkunftsländern. Mit viel Spaß wird ordentlich "geschmettert".
Beim Essen und Trinken lernen sich die Spielerinnen und Spieler in entspannter Stimmung kennen.
Einige Teams nehmen bereits seit vielen Jahren an dieser tollen Veranstaltung teil (Volleyball).

Volleyball
Volleyball


Prominenter Besuch bei unserem 4. Turnier für Jacek Kowalski. Das Integrationsturnier zum Gedenken an unseren verstorbenen Mitspieler wurde wieder sehr gut besucht.
Als Schirmherrin sprach Volleyball- Nationalspielerin Margareta Kozuch einige Grußworte. Erik David vom Hamburger Sportbund Projekt "Integration durch Sport", Margareta Kozuch Deutschlands Volleyballerin des Jahres 2010, Christoph Szymoniak Organisator vom 1. FC Hellbrook

Volleyball

Offene Kinder und Jugendarbeit

Seit 1996 engagieren wir uns als freier Träger für die offene Kinder- und Jugendarbeit. Wir bieten Kindern aus der Steilshooper Allee 8-26 ein abwechslungsreiches und interessantes Freizeitprogramm. An den offenen Angeboten nehmen auch Freunde und Bekannte unserer Kinder teil. Hallo, hier ist unser mobiles offenes Kinderprojekt!!

Kinder und Jugend Kinder und Jugend
Kinder und Jugend
Kinder und Jugend Kinder und Jugend
Kinder und Jugend
Kinder und Jugend Kinder und Jugend
Kinder und Jugend Kinder und Jugend

In diesem Projekt arbeiten wir für Kinder von 8-14 Jahren, die in einem Steilshooper Wohngebiet ihr Zuhause haben. Neben den überwiegend sportlichen Angeboten können die Kinder bei uns z.B. am Kochen, Basteln, Segeln, Schwimmen und an unserer Psychomotorikgruppe teilnehmen. Die Finanzierung unserer Arbeit wird zum größten Teil durch das Jugendamt abgesichert. Wir sind mit vielen anderen sozialen Einrichtungen im Stadtteil Steilshoop in einem Netzwerk gut organisiert und stimmen u.a. unser beliebtes Ferienprogramm gemeinsam ab. Das ausführliche Programm von MoKiP kann auch zugeschickt werden. Für Informationen stehen wir gerne zur Verfügung. Die Projektleitung - Holger Schmidt und Bernd Müller (leitender Erzieher) ist unter folgender Telefonnummer zu erreichen:
Tel./Fax : 040/630 14 87, 1. FC Hellbrook e.V. von 1967, Edwin-Scharff-Ring 57 ,22309 Hamburg, Holger Schmidt
Seit Juli 2010 organisieren wir auch das Projekt "Rückenwind". Hier unterstützen wir überwiegend Kinder und Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren. Es werden z.B. Schulprobleme aufgegriffen und Praktikumsplätze vermittelt. Auch eine Hausaufgabenhilfe wird organisiert. Natürlich treffen wir uns auch beim Sport und Spiel. Informationen unter : info@fc-hellbrook-ev.de